Anleitung

So bekommst du eine Gmail-App für den Desktop (Mac oder PC)

Google hat nie eine Desktop-Version von Gmail gebaut. Hier sind die vier Wege, Gmail trotzdem auf Mac oder PC zu holen, was jeder davon kostet, und welcher passt, wenn du mit mehr als einem Account arbeitest.

Gibt es eine offizielle Gmail-App für den Desktop?

Nein. Google baut Gmail-Apps für iPhone und Android, aber am Computer lebt Gmail unter mail.google.com, im Browser. Das ist Absicht: Die Webversion bekommt jede neue Funktion zuerst, und Google pflegt lieber kein drittes Programm.

Wer eine „Gmail-App“ will, meint meist vier Dinge: ein Symbol im Dock oder in der Taskleiste, ein eigenes Fenster statt eines Tabs, Mitteilungen und einen Ungelesen-Zähler, die wie der Rest des Systems funktionieren, und einen einfachen Weg, mehrere Accounts auseinanderzuhalten. Welcher der Wege unten dich dorthin bringt, hängt davon ab, wie viele dieser vier Punkte dir wichtig sind.

Die vier Wege, Gmail auf dem Desktop zu nutzen

Jeder Weg tauscht Komfort gegen etwas anderes. Lies die zweite Zeile jeder Karte, bevor du dich entscheidest.

1. Ein Browser-Tab

Kostenlos, nichts zu installieren, immer aktuell. Reicht, wenn du einen Account ein paarmal am Tag prüfst.

Der Tab geht zwischen zwanzig anderen unter, der Accountwechsel läuft über Googles Accountauswahl, und Mitteilungen kommen nur, solange der Browser offen ist.

2. Eine angepinnte Web-App

Chrome und Edge können Gmail als App installieren: eigenes Fenster, eigenes Symbol, keine Adressleiste. Kostenlos und schnell.

Ein Account pro Browserprofil, Mitteilungen hängen weiter am Browser, und unter der Haube bleibt es ein Browser: kein Ungelesen-Kennzeichen auf dem Symbol, keine eigene Menüleiste.

3. Ein Mailprogramm per IMAP

Apple Mail, Outlook oder Thunderbird lesen Gmail über IMAP. Du bekommst Mail offline und einen Posteingang für alle Accounts.

Labels werden zu Ordnern, Gmails Suche, Filter, Snooze und geplantes Senden fehlen, und die Workspace-Werkzeuge (Kalender, Drive, Meet) liegen woanders.

4. Eine eigene Gmail-App

Die echte Gmail-Oberfläche in einem nativen Fenster, eine abgeschottete Sitzung pro Account, und Mitteilungen und Kennzeichen, die zum System gehören. Alles, was du aus dem Web kennst, funktioniert weiter.

Meist kostenpflichtig und an eine Plattform gebunden: Nuncio gibt es nur für den Mac.

So bekommst du Gmail auf deinen Mac

Der schnellste Weg unter macOS ist Nuncio: eine leichte, native App, die jeden Gmail-Account in einer eigenen abgeschotteten Sitzung öffnet, nebeneinander, mit Kalender, Drive und Meet als Tabs. Die Einrichtung dauert wenige Minuten.

Skizze der Nuncio-Oberfläche: links die Kontoleiste mit farbigen Kontokreisen und Ungelesen-Badges, oben Tabs und eine E-Mail-Liste.
  1. Installiere Nuncio aus dem Mac App Store (macOS 14 oder neuer, Apple Silicon). Die ersten sieben Tage sind kostenlos.
  2. Klicke auf + in der Accountleiste, gib dem Account einen Namen und eine Farbe und melde dich auf Googles eigener Anmeldeseite an. Nuncio sieht dein Passwort nie.
  3. Wiederhole das für jeden Account: Arbeit, privat, ein Kunde. Jeder bekommt einen eigenen Kreis mit Ungelesen-Kennzeichen; wechseln per Klick oder mit ⌘1 bis ⌘9.
  4. Erlaube Mitteilungen, wenn macOS fragt. Neue Mail kommt ab dann als native Mitteilung, und das Dock-Symbol zeigt die Gesamtzahl ungelesener Mails.
  5. Optional: Schalte das schwebende Panel ein (deine Accounts immer sichtbar über anderen Apps) und mach Nuncio zu deiner Standard-Mail-App, damit Links in anderen Apps ein neues Mailfenster öffnen.

Lieber Apple Mail? Das funktioniert mit Gmail über IMAP, aber du verlierst Labels, die Gmail-Suche und Snooze. Nuncio behält das echte Gmail und ergänzt, was eine Desktop-App ergänzen sollte.

So bekommst du Gmail auf einen Windows-PC

Nuncio ist eine Mac-App, unter Windows kommt die angepinnte Web-App aus Chrome oder Edge einer Gmail-App also am nächsten. Sie ist kostenlos und in einer Minute eingerichtet:

  1. Öffne mail.google.com in Chrome oder Edge und melde dich an.
  2. In Chrome: Menü (⋮) ▸ Streamen, speichern und teilenSeite als App installieren. In Edge: Menü (…) ▸ AppsDiese Website als App installieren.
  3. Bestätige den Namen. Gmail öffnet sich jetzt in einem eigenen Fenster mit eigenem Symbol; hefte es an die Taskleiste.
  4. Mehrere Accounts: Lege pro Account ein Browserprofil an (Profilsymbol ▸ Hinzufügen), melde dich dort an und installiere die App erneut aus diesem Profil. Jedes Profil behält seine eigene Sitzung.
  5. Schalte in den Gmail-Einstellungen Desktop-Benachrichtigungen ein, damit neue Mail als Windows-Mitteilung erscheint, solange die App offen ist.

Es gibt auch Gmail-Apps von Drittanbietern für Windows. Prüfe, ob sie dich auf Googles eigener Seite anmelden lassen und deine Mail weder speichern noch weiterleiten, bevor du ihnen deinen Posteingang anvertraust.

Welche Lösung solltest du wählen?

Ein kurzer Vergleich der vier Wege, bei den Punkten, die im Alltag zählen.

Browser-TabAngepinnte Web-AppIMAP-ProgrammNuncio (Mac)
Eigenes Fenster und SymbolNeinJaJaJa
Mehrere Accounts nebeneinanderTeilweiseEiner pro ProfilJa, zusammengelegtJa, getrennt
Native Mitteilungen und Ungelesen-KennzeichenNur BrowserNur BrowserJaJa
Volles Gmail: Labels, Suche, Snooze, geplantes SendenJaJaNeinJa
Kalender, Drive und Meet neben der MailAndere TabsAndere FensterNeinTabs pro Account
Funktioniert offlineEingeschränktEingeschränktJaNein
PreisKostenlosKostenlosKostenlosJahresabo, 7 Tage testen

Häufige Fragen

Funktioniert eine Gmail-Desktop-App mit Google-Workspace-Accounts?

Ja. Nuncio meldet sich über Googles eigene Seite an, also funktionieren private @gmail.com-Adressen und Workspace-Accounts von Firma oder Schule gleich, jeder in einer eigenen Sitzung.

Kann ich Gmail in einer Desktop-App offline nutzen?

Wrapper-Apps wie Nuncio zeigen die Webversion von Gmail und brauchen deshalb eine Verbindung, genau wie der Browser. Ist dir Offline-Zugriff wichtiger als Labels und die Gmail-Suche, passt ein IMAP-Programm besser.

Ist eine Gmail-App von Drittanbietern sicher?

Das hängt von der App ab. Die entscheidenden Fragen: Meldest du dich auf Googles eigener Seite an, speichert oder leitet die App deine Mail weiter, und siehst du, was sie woanders hinschickt? Nuncio erledigt die Anmeldung auf Googles Seite, hält jeden Account in abgeschotteter Ablage auf deinem Mac und liest, speichert oder leitet nie Mail weiter.

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